Nachtarbeit: Lemborexant zeigt in einer kleinen Studie keinen Nutzen gegenüber Placebo

Das Blockieren von Wachheitssignalen könnte Nachtarbeitenden helfen, tagsüber zu schlafen. In einer randomisierten Studie mit 29 Personen verbesserte Lemborexant die Dauer des Tagesschlafs jedoch nicht signifikant gegenüber Placebo. Dieses Ergebnis belegt nicht, dass es keine Wirkung gibt: Die Studie ist klein und von kurzer Dauer.

Illustration des Tagesschlafs einer Person, die nachts arbeitet.
SchlafRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine biologische Hypothese, die noch bestätigt werden muss

Schlafprobleme bei Nachtarbeitenden können unter anderem durch eine Verschiebung zwischen ihrer Ruhephase und ihrem zirkadianen Rhythmus entstehen. Lemborexant blockiert die Rezeptoren für Orexin, auch Hypocretin genannt, das an der Aufrechterhaltung der Wachheit beteiligt ist. Dieser Mechanismus liefert einen Grund, das Medikament für den Tagesschlaf zu untersuchen, garantiert aber nicht seine Wirksamkeit in dieser Situation.

Was die Forschenden untersucht haben

Die Studie war randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert. Sie umfasste 29 Nachtarbeitende, darunter 28 Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 37,2 Jahren. Nach zwei Wochen mit Ausgangsmessungen erhielten 15 Teilnehmende Lemborexant und 14 ein Placebo.

Die Behandlung umfasste eine Woche zur Dosisanpassung, gefolgt von zwei Wochen mit einer Dosis von 5 oder 10 mg in der Lemborexant-Gruppe. Diese Dosen beschreiben das untersuchte Protokoll und sind keine Anwendungsempfehlung. Die Forschenden erfassten den Schlaf mithilfe von Tagebüchern, die die Teilnehmenden ausfüllten, und einer Aktigraphie am Handgelenk.

Keine Verbesserung gegenüber Placebo nachgewiesen

Die Analysen ergaben mit keiner der beiden Messmethoden einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen bei der Dauer des Tagesschlafs. Sie zeigten auch keine spezifische Verbesserung der Schlafeffizienz, der subjektiven Schlafqualität oder des Schweregrads der Insomnie.

Eine explorative Analyse ergab eine günstigere selbstberichtete Schlafdauer bei Teilnehmenden, deren Dosis auf 10 mg erhöht wurde, als bei denen, die bei 5 mg blieben. Dieses Ergebnis unterschied sich jedoch nicht signifikant von Placebo. Es lässt daher weder den Schluss zu, dass die höhere Dosis wirksam ist, noch rechtfertigt es eine Dosiserhöhung.

Begrenzte Aussagekraft, auch zur Sicherheit

In der Lemborexant-Gruppe wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet. Bei nur 15 behandelten Personen und einer kurzen Nachbeobachtung reicht dies nicht aus, um die Sicherheit der Behandlung für Nachtarbeitende zu belegen.

Die verfügbare Zusammenfassung enthält weder die zahlenmäßigen Unterschiede zwischen den Gruppen noch deren Unsicherheitsintervalle. Sie erlaubt daher keine genaue Beurteilung der Größenordnung eines möglichen Effekts. Der sehr hohe Frauenanteil schränkt zudem die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse ein.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Kleine Stichprobe, kurze Behandlungsdauer und fast ausschließlich weibliche Studienpopulation. Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen, nicht der Volltext. Die zahlenmäßigen Effekte, die Finanzierung und die Interessenkonflikte konnten anhand des Dossiers nicht überprüft werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Diese Pilotstudie belegt nicht, dass Lemborexant den Tagesschlaf von Nachtarbeitenden gegenüber Placebo verbessert. Das explorative dosisabhängige Signal muss bestätigt werden und darf nicht in eine Behandlungsempfehlung umgedeutet werden.

Quellen und Herkunft

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