Zwei Phasen im Vergleich bei denselben Teilnehmenden
An der Studie nahmen 31 gesunde Erwachsene teil, die im Durchschnitt 24 Jahre alt waren; 90,3 % waren Frauen. In einem randomisierten Crossover-Design durchlief jede Person eine achtwöchige Phase mit täglich 40 g Walnüssen und eine ebenso lange Phase ohne Schalenfrüchte. Eine zweiwöchige Pause dazwischen brachte die Gesamtdauer auf 18 Wochen.
Die Forschenden erfassten Stimmung, wahrgenommenen Stress, Wohlbefinden und Essgelüste mithilfe validierter Fragebögen. Außerdem maßen sie im Urin Cortisol, 5-HIAA, ein Abbauprodukt von Serotonin, sowie Urolithine, die bei der Umwandlung von Inhaltsstoffen der Walnüsse entstehen.
Ein statistischer Unterschied mit unklarer praktischer Bedeutung
Während der Phase mit Walnüssen lag der Gesamtwert für Stimmungsbeeinträchtigungen um 4,85 Punkte niedriger als in der Kontrollphase. Dieser Unterschied war mit einem p-Wert von 0,030 statistisch signifikant.
Die Zusammenfassung nennt jedoch weder ein Konfidenzintervall noch einen Schwellenwert, anhand dessen sich die klinische Bedeutung dieses Unterschieds beurteilen ließe. Auch die detaillierten Ergebnisse aller Fragebögen werden nicht berichtet. Das Hauptergebnis reicht daher nicht aus, um auf eine allgemeine Verbesserung von Stress oder Wohlbefinden zu schließen.
Urin gibt nicht direkt Auskunft über das Gehirn
Der Verzehr von Walnüssen ging mit einem Anstieg von 5-HIAA und Urolithinen im Urin einher, während das Cortisol im Urin unverändert blieb. Die Veränderungen von 5-HIAA waren mit Veränderungen der Müdigkeit und des Gesamtstimmungswerts assoziiert.
Diese Zusammenhänge beweisen nicht, dass die Stoffwechselprodukte die beobachtete Verbesserung erklären. Die Autoren ziehen ernährungsbedingte, mikrobielle oder periphere Stoffwechselreaktionen als mögliche Erklärungen in Betracht. Ein Anstieg von 5-HIAA im Urin belegt keinen Anstieg des Serotonins im Gehirn.
Ein Hinweis, der bestätigt werden muss – keine Verordnung
Das Crossover-Design ermöglicht es, jede Person mit sich selbst zu vergleichen. Die Studie war jedoch offen: Die Teilnehmenden wussten, ob sie Walnüsse aßen. Dieses Wissen kann die Antworten in Stimmungsfragebögen beeinflussen.
Die geringe Teilnehmerzahl und der sehr hohe Frauenanteil schränken zudem die Verallgemeinerbarkeit ein. Diese Studie an gesunden Menschen belegt nicht, dass Walnüsse eine Stimmungsstörung behandeln, und rechtfertigt für sich genommen keinen Ernährungsplan.
Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest
Nur die PubMed-Zusammenfassung wurde eingesehen, nicht der Volltext. Kleine offene Studie mit einer jungen, sehr überwiegend weiblichen Studienpopulation. Die klinische Bedeutung des Unterschieds ist in der Zusammenfassung nicht belegt. Finanzierung, Interessenkonflikte und Daten zur Verträglichkeit wurden nicht überprüft.
Was wir daraus mitnehmen können
Walnüsse scheinen in dieser kleinen Studie einen Stimmungswert zu verbessern. Wie groß der Nutzen ist und welcher Mechanismus dahintersteckt, muss noch bestätigt werden.
Quellen und Herkunft
- Walnut consumption improves mood and is associated with increased urinary excretion of 5-hydroxyindoleacetic acid and urolithins in a randomized crossover trial.
Datum der Quelle: 2026-10-19.
Journal Article, Randomized Controlled Trial · Résumé PubMed uniquement, texte intégral non consulté


