Inhaliertes L-Menthol verlängert die Belastungsdauer bei trainierten Läufern in einer kleinen Studie

Kann weniger empfundene Atemnot helfen, länger zu laufen, ohne dass sich die gemessenen kardiorespiratorischen Reaktionen wesentlich verändern? In einer randomisierten Studie mit 18 trainierten Läufern verringerte die Inhalation von L-Menthol die Atembeschwerden und verlängerte eine intensive Belastung auf dem Laufband. Das Ergebnis betrifft allerdings einen Test bis zur Erschöpfung, keinen Wettkampf.

Läufer bei einem Ausdauertest auf dem Laufband im Labor.
TrainingRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine Studie, in der alle Läufer beide Bedingungen testeten

Die Forschenden untersuchten neun Frauen und neun Männer, die Ausdauerlauf betrieben und eine normale Spirometrie aufwiesen. In dieser randomisierten, gegenbalancierten Crossover-Studie absolvierte jede teilnehmende Person den Test sowohl mit inhaliertem L-Menthol als auch mit einem Erdbeerduft als Placebo.

Bei dem Test liefen die Teilnehmenden auf einem Laufband bis zur Erschöpfung, bei 85 % der in einem vorherigen kardiopulmonalen Belastungstest erreichten Höchstgeschwindigkeit. Die Forschenden erfassten während der Belastung kardiorespiratorische und metabolische Reaktionen sowie die subjektive Wahrnehmung. Die eingesehene Zusammenfassung nennt weder die L-Menthol-Dosis noch Einzelheiten zur Verabreichung.

Längere Belastungsdauer ohne nachgewiesenen Anstieg der Sauerstoffaufnahme

Die durchschnittliche Testdauer betrug mit L-Menthol 445 Sekunden, gegenüber 406 Sekunden mit dem Placebo. Auch die während des Tests empfundene Atemnot war mit L-Menthol geringer.

Dagegen stellten die Forschenden zwischen den Bedingungen keine Unterschiede bei Lungenventilation, Atemzugvolumen, Sauerstoffaufnahme, Kohlendioxidproduktion, Sauerstoffsättigung oder Herzfrequenz fest. Die Atemfrequenz war mit L-Menthol niedriger.

Diese Ergebnisse sind damit vereinbar, dass Atembeschwerden zur Begrenzung der Belastungsdauer beitragen. Sie zeigen nicht, dass L-Menthol die Sauerstoffversorgung verbessert oder die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit erhöht. Ein nicht nachgewiesener Unterschied in einer kleinen Stichprobe belegt auch nicht, dass keinerlei physiologische Wirkung besteht.

Was sich aus diesem Ergebnis noch nicht empfehlen lässt

Bei vorgegebener Geschwindigkeit länger bis zur Erschöpfung durchzuhalten ist nicht dasselbe, wie eine bestimmte Strecke schneller zu laufen. Die Studie erlaubt daher weder, einen Nutzen im Wettkampf zu beziffern, noch auf eine dauerhafte Verbesserung bei wiederholter Anwendung zu schließen.

Die geringe Teilnehmerzahl und die ausschließlich trainierte Studienpopulation schränken die Verallgemeinerbarkeit ein. Aus der Zusammenfassung lässt sich auch nicht beurteilen, ob die Teilnehmenden die beiden Gerüche erkennen und deren Wirkungen erwarten konnten.

Schließlich sind Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und die Sicherheit einer wiederholten Anwendung im verfügbaren Auszug nicht dokumentiert. Dieser Hinweis auf einen Leistungseffekt reicht nicht aus, um die Inhalation von L-Menthol als empfehlenswerte Praxis einzustufen.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur die Zusammenfassung auf Europe PMC eingesehen, nicht der Volltext. Die Studie untersucht 18 trainierte Erwachsene und einen akuten Effekt im Labor. Einzelheiten zur Verabreichung, Nebenwirkungen, Finanzierung und Interessenkonflikte konnten nicht überprüft werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Inhaliertes L-Menthol scheint bei trainierten Läufern die Atemnot lindern und eine intensive Belastung verlängern zu können. Der Nutzen im Wettkampf und die Anwendungssicherheit müssen noch belegt werden.

Quellen und Herkunft

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