Was die Forschenden untersucht haben
Die Übersichtsarbeit bündelt Studien, die zwischen Januar 2014 und Dezember 2024 zum prämenstruellen Syndrom und zur prämenstruellen dysphorischen Störung bei Studentinnen der Medizin und der Gesundheitswissenschaften veröffentlicht wurden. Von 317 identifizierten Literaturverweisen wurden 11 Studien aufgenommen. Die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen wird in der verfügbaren Zusammenfassung nicht angegeben.
Die Arbeiten untersuchen die Häufigkeit dieser Störungen und ihre Zusammenhänge mit Studienleistungen, psychischer Gesundheit und Wohlbefinden. Ihr Querschnittsdesign liefert eine Momentaufnahme der beobachteten Zusammenhänge, ohne deren Entwicklung im Zeitverlauf zu verfolgen.
Berichtete Schwierigkeiten, aber kein nachgewiesener kausaler Effekt
Prämenstruelle Symptome waren mit beeinträchtigter Konzentration, häufigeren Fehlzeiten, geringerer Beteiligung an Lehrveranstaltungen, als schwächer wahrgenommenen Studienleistungen und geringerem psychischem Wohlbefinden verbunden. Die wahrgenommene Leistung darf jedoch nicht mit einer objektiv gemessenen Verschlechterung der Noten verwechselt werden.
Die Zusammenfassung nennt keine übergreifende Effektgröße, mit der sich die Stärke dieser Zusammenhänge beziffern ließe. Sie erlaubt daher keine Aussage darüber, in welchem Ausmaß die Symptome die Studienleistungen verändern oder welche Studentinnen besonders betroffen sind.
Zu den assoziierten Faktoren gehörten Stress im Studium, starke Menstruationsschmerzen, familiäre Vorbelastung, unregelmäßige oder kürzere Zyklen und geringe körperliche Aktivität. Diese Beobachtungen belegen nicht, dass eine Veränderung eines dieser Faktoren die Symptome verringern würde.
Häufigkeitsschätzungen mit Vorsicht interpretieren
Der Anteil der Studentinnen mit prämenstruellem Syndrom lag je nach Studie zwischen 37,0 % und 86,2 %. Für eine wahrscheinliche prämenstruelle dysphorische Störung reichten die Schätzungen von 13,8 % bis 66,9 %. Diese großen Unterschiede gehen mit uneinheitlichen Diagnosekriterien und Ergebnismessungen einher.
Vor allem beruhten sämtliche Schätzungen zur prämenstruellen dysphorischen Störung auf Screening-Fragebögen, ohne prospektive diagnostische Bestätigung. Ein positives Screening ist nicht mit einer bestätigten Diagnose gleichzusetzen: Diese Zahlen beschreiben daher nicht die Häufigkeit formell diagnostizierter Störungen.
Was diese Übersichtsarbeit verändert
Die Autoren schlagen vor, dass Hochschulen Informationen zur Menstruationsgesundheit, Zugang zu medizinischer Versorgung und psychologischer Unterstützung sowie eine angemessene Unterstützung im Studium oder im sozialen Bereich in Betracht ziehen. Die Übersichtsarbeit prüft jedoch nicht die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Die nützliche Erkenntnis besteht darin, einen Zusammenhang zwischen prämenstruellen Symptomen, Lernschwierigkeiten und Wohlbefinden anzuerkennen, ohne diesen Zusammenhang zur alleinigen Erklärung zu machen. Die Daten von Studentinnen in Gesundheitsstudiengängen lassen sich außerdem nicht automatisch auf alle Studentinnen übertragen.
Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest
Die 11 Studien sind Querschnittsstudien mit uneinheitlichen Kriterien und Messverfahren. Die Fälle prämenstrueller dysphorischer Störung wurden durch Screening ermittelt, ohne prospektive diagnostische Bestätigung. Es wurde ausschließlich die PubMed-Zusammenfassung eingesehen. Finanzierung und Interessenkonflikte konnten nicht überprüft werden.
Was wir daraus mitnehmen können
Prämenstruelle Symptome stehen bei Studentinnen in Gesundheitsstudiengängen mit Schwierigkeiten im Studium und psychischen Schwierigkeiten in Zusammenhang. Diese Übersichtsarbeit belegt weder Kausalität noch die Wirksamkeit einer Intervention.
Quellen und Herkunft
- Premenstrual Syndrome and Premenstrual Dysphoric Disorder: A Systematic Review of Academic Performance and Well-Being in University Students.
Datum der Quelle: 2026-10-13.
Journal Article, Systematic Review, Video-Audio Media · Résumé PubMed uniquement, texte intégral non consulté


