Pflanzliche Proteine oder Whey: In fünf Studien mit Krafttraining-Anfängern kein Unterschied festgestellt

Whey gilt beim Krafttraining als Referenz. Aber ist es pflanzlichen Proteinen für den Einstieg überlegen? Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von fünf Studien stellt bei Magermasse und Fettmasse keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen fest. Das Ergebnis betrifft zuvor untrainierte Erwachsene und belegt nicht, dass alle pflanzlichen Proteine mit Whey gleichwertig sind.

Zwei Behälter mit Proteinpulver, pflanzlich und Whey, neben einer Hantel.
NahrungsergänzungsmittelRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Ein Vergleich bei Erwachsenen, die mit dem Krafttraining beginnen

Die Forschenden wählten Studien aus, die eine Supplementierung mit pflanzlichen Proteinen mit einer Supplementierung mit Whey bei gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 Jahren verglichen, die ein Krafttraining absolvierten. Die Körperzusammensetzung wurde mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie, kurz DEXA, erfasst.

Die Übersichtsarbeit wurde in PROSPERO registriert und nach den PRISMA-Empfehlungen durchgeführt. Fünf Studien wurden in die Zusammenfassung und Metaanalyse aufgenommen. Der verfügbare Abstract nennt allerdings weder die Gesamtzahl der Teilnehmenden noch die Dauer der Interventionen oder die verwendeten Proteinmengen.

Kein Unterschied festgestellt heißt nicht Gleichwertigkeit belegt

Für beide Arten der Supplementierung in Verbindung mit Training berichten die Autoren eine günstige Entwicklung der Magermasse und der Fettmasse, ohne statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Der Abstract enthält keine Angaben zur Größe der Effekte oder zu deren Unsicherheitsintervallen.

Dass kein Unterschied festgestellt wurde, reicht nicht aus, um Gleichwertigkeit zu belegen. Ohne diese Informationen lässt sich nicht bestimmen, welcher mögliche Unterschied anhand der Daten ausgeschlossen werden kann. Die gemessene Magermasse darf außerdem nicht mit einer direkten Messung der Kraft verwechselt werden.

Verglichen werden zwei Supplementierungen begleitend zum Krafttraining. Dieser Vergleich allein erlaubt es weder, die Veränderungen den Nahrungsergänzungsmitteln statt dem Training zuzuschreiben, noch festzustellen, ob eine Ergänzung überhaupt notwendig war.

Soja, Erbsen und Chia sind nicht gleich gut untersucht

Die Autoren betrachten Soja- und Erbsenproteine als mögliche Ernährungsoptionen für Erwachsene, die mit dem Krafttraining beginnen und auf Whey verzichten möchten. Das Ergebnis lässt sich deshalb aber nicht auf jede handelsübliche Rezeptur oder auf bereits trainierte Sportler übertragen.

Für Chia beschränken sich die Daten auf eine einzige Studie, die keine signifikante Veränderung der Magermasse zeigte. Dieses Ergebnis reicht weder aus, um die Wirksamkeit zu belegen, noch um abschließend auf eine fehlende Wirksamkeit zu schließen.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur der PubMed-Abstract eingesehen, nicht der Volltext. Gesamtzahl der Teilnehmenden, Studiendauern, Dosierungen, Heterogenität und Studienqualität werden im Auszug nicht näher erläutert. Unerwünschte Wirkungen, Finanzierung und Interessenkonflikte konnten nicht überprüft werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Bei Krafttraining-Anfängern liefert diese Auswertung keinen Nachweis dafür, dass Whey den untersuchten pflanzlichen Proteinen überlegen ist. Soja und Erbsen erscheinen als mögliche Alternativen, ohne dass eine Gleichwertigkeit formal belegt wäre.

Quellen und Herkunft

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