Eine Machbarkeitsstudie mit 28 Erwachsenen
Eine mit Antipsychotika verbundene Gewichtszunahme tritt häufig in den ersten drei bis sechs Behandlungsmonaten auf, so der von den Autoren dargestellte Hintergrund. Die Studie untersucht jedoch Erwachsene mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung, die bereits stabile Antipsychotikadosen erhalten, und nicht gezielt Menschen zu Beginn ihrer Behandlung.
Die 28 Teilnehmenden wurden in einer Doppelblindstudie zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Alle absolvierten über drei Wochen fünf Sitzungen eines Trainings zur Modifikation von Annäherungsverzerrungen gegenüber Nahrungsmitteln, kurz ABMT. Dieses Training wurde entweder mit einer echten transkraniellen Gleichstromstimulation, genannt tDCS, oder mit einer Scheinstimulation kombiniert.
Die Untersuchungen fanden vor und nach der Intervention sowie bei einer Nachuntersuchung zwei Wochen später statt. Das Hauptziel betraf die Machbarkeit, insbesondere die Rekrutierung, die Teilnahme an den Sitzungen, den Verbleib in der Studie und die Akzeptanz. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Essverlangen, hyperphagische Essanfälle und der Body-Mass-Index.
Ein Signal bei den Essanfällen, aber große Unsicherheit
Der Gruppenvergleich deutet bei den hyperphagischen Essanfällen auf einen Effekt zugunsten der echten Stimulation hin: Die standardisierte Effektgröße beträgt −0,6, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von −1,5 bis 0,3. Dieses Intervall schließt null ein. Das Ergebnis ist daher auch mit einem fehlenden Unterschied zwischen den Gruppen vereinbar.
Beim Essverlangen fiel das Signal dagegen zugunsten der Gruppe mit Scheinstimulation aus, ebenfalls mit einem Konfidenzintervall, das null einschließt. Die Ergebnisse zeigen somit keinen einheitlichen Vorteil der echten Stimulation über alle untersuchten Essverhaltensweisen hinweg.
Die Autoren berichten außerdem über Veränderungen nahrungsbezogener Verzerrungen und eine anschließende Abnahme hyperphagischer Episoden innerhalb der Gruppe mit echter Stimulation. Eine Verbesserung in nur einer Gruppe reicht jedoch nicht aus, um deren Überlegenheit gegenüber der Vergleichsgruppe nachzuweisen.
Welche Schlüsse diese Studie nicht zulässt
Nach der Intervention waren noch 85,7 % der Teilnehmenden in der Studie, bei der Nachuntersuchung 78,6 %. Die Autoren beurteilen den Ansatz als akzeptabel, doch die Zusammenfassung enthält keine näheren Angaben zu unerwünschten Wirkungen oder Verträglichkeitsergebnissen.
Die Zusammenfassung liefert keine Zahlen zur Entwicklung des Body-Mass-Index. Auf Grundlage dieser Daten lässt sich nicht behaupten, dass dieser Ansatz eine Gewichtszunahme unter Antipsychotika verhindert. Da alle Teilnehmenden das kognitive Training erhielten, lässt sich dessen Wirkung aus der Studie auch nicht isolieren oder eine Synergie mit der Stimulation nachweisen.
Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest
Kleine Stichprobe, kurze Nachbeobachtung und essverhaltensbezogene Endpunkte als sekundäre Kriterien. Es wurde nur die Zusammenfassung auf Europe PMC konsultiert, nicht der Volltext. Einzelheiten zu unerwünschten Wirkungen, Finanzierung und Interessenkonflikten wurden nicht überprüft.
Was wir daraus mitnehmen können
Diese Kombination sollte in einer konfirmatorischen Studie untersucht werden. Vorerst stützen die Ergebnisse vor allem ihre Machbarkeit, nicht eine gesicherte Wirksamkeit gegen Hyperphagie oder Gewichtszunahme.
Quellen und Herkunft
- Combining Cognitive Training and Brain Stimulation: A Novel Approach to Address Disordered Eating and Antipsychotic-Induced Weight Gain in People With Severe Mental Illness.
Datum der Quelle: 2026-11-01.
research-article, Randomized Controlled Trial, Journal Article · Résumé Europe PMC uniquement, texte intégral non consulté


