Hämodialyse: Musik könnte einige Symptome lindern, die Evidenz ist jedoch begrenzt

Musik könnte helfen, manche Hämodialysesitzungen besser zu bewältigen, doch die Evidenz bleibt unsicher. Ein Cochrane-Review mit 27 randomisierten Studien deutet auf eine kurzfristige Verringerung von Fatigue, depressiven Symptomen und Schmerzen hin. Daraus lässt sich weder ein dauerhafter Nutzen noch eine verlässliche Wirkung auf den Blutdruck ableiten.

Illustration einer Person, die während einer Hämodialysesitzung über Kopfhörer Musik hört.
MindsetRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Was die Forschenden verglichen haben

Der Review umfasst 1.584 Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, die eine Hämodialyse erhalten. Von den 27 eingeschlossenen Studien flossen 24 in die quantitative Synthese ein. Die Literaturrecherche wurde bis zum 16. Mai 2025 durchgeführt.

Musikbasierte Interventionen wurden mit der üblichen Versorgung oder mit verschiedenen Bedingungen ohne musikalische Intervention verglichen: keine Intervention, Kopfhörer ohne Musik, weißes Rauschen oder Video. Wegen dieser unterschiedlichen Vergleichsbedingungen sollten die Ergebnisse nicht als Bewertung einer einzigen musikalischen Methode verstanden werden.

Die Forschenden unterschieden zwischen kurzfristigen Ergebnissen bis zu vier Wochen, mittelfristigen Ergebnissen von vier Wochen bis sechs Monaten und langfristigen Ergebnissen nach mehr als sechs Monaten. Studien zur vorübergehenden Hämodialyse bei akuter Nierenschädigung waren ausgeschlossen.

Positive Signale, aber geringe Gewissheit

Zur kurzfristigen Fatigue berichtet eine einzige Studie mit 62 Teilnehmenden eine mittlere Differenz von 3,14 Punkten zugunsten der Musik auf der 10-Punkte-Piper-Fatigue-Skala. Das 95-%-Konfidenzintervall reicht von einer Abnahme um 2,45 bis 3,83 Punkte. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist gering: Dieses Ergebnis ist kein individuelles Versprechen.

Musikalische Interventionen könnten auch depressive Symptome kurz- und mittelfristig sowie Schmerzen kurzfristig verringern. Auch hier ist die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz gering. Die Ergebnisse zu Schmerzen und depressiven Symptomen auf kurze Sicht unterscheiden sich stark zwischen den Studien.

Da die Studien verschiedene Skalen verwendeten, lassen sich die zusammengefassten Effekte auf Schmerzen und depressive Symptome nicht direkt in eine Punktzahl auf einem einzigen Fragebogen übersetzen.

Was diese Übersicht nicht belegt

Die Vertrauenswürdigkeit der Daten zum Blutdruck ist sehr gering. Selbst wenn ein Mittelwert zugunsten der Musik auszufallen scheint, reicht das daher nicht aus, um eine verlässliche Wirkung nachzuweisen.

Keine Studie berichtete langfristige Ergebnisse zu Fatigue, Blutdruck, depressiven Symptomen oder Schmerzen. Die eingesehene Zusammenfassung liefert auch keine Ergebnisse, die Schlussfolgerungen zu Schlaf, Angst oder Lebensqualität erlauben, obwohl diese zu den untersuchten Zielgrößen gehörten.

Diese Beobachtungen betreffen Menschen unter Hämodialyse. Sie belegen weder einen vergleichbaren Nutzen bei gesunden Menschen noch eine Verbesserung der Nierenfunktion.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen, nicht der Volltext. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist je nach Zielgröße gering bis sehr gering, bei mehreren Ergebnissen besteht eine hohe Heterogenität. Die Zusammenfassung erlaubt keine genaue Beschreibung der Interventionen oder ihrer Sicherheit. Eine teilweise Finanzierung durch die Japan Society for the Promotion of Science wird angegeben. Interessenkonflikte wurden nicht überprüft.

Was wir daraus mitnehmen können

Musik erscheint als ergänzender Ansatz zur Linderung einiger Symptome bei der Hämodialyse, nicht als Behandlung der eingeschränkten Nierenfunktion. Die Ergebnisse rechtfertigen robustere und längere Studien statt eines als Bestätigt dargestellten Protokolls.

Quellen und Herkunft

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