Zwei Formate über 26 Wochen verglichen
Die Forschenden rekrutierten zu Hause lebende Erwachsene aus drei schwedischen Wohngebieten. Die Zuteilung erfolgte randomisiert nach Standort, nicht auf individueller Ebene: 12 Teilnehmende hatten Zugang zu vorab aufgezeichneten Videos mit Otago-Übungen, während 23 diese Übungen in einer Gruppe vor Ort durchführten. Die Studie war nicht verblindet.
Das Hauptziel war, Abbrüche, die Regelmäßigkeit der Teilnahme und die Erfahrungen zu untersuchen, die das Fortsetzen oder Beenden des Programms erklärten. Auch körperliche Aktivität, Kraft im Unterkörper, depressive Symptome und Lebensqualität wurden gemessen, allerdings nur explorativ. Interviews wurden mit 17 Personen geführt, die das Programm abgeschlossen hatten, und mit 7, die es abgebrochen hatten.
Die meisten Abbrüche erfolgen zu Beginn
Insgesamt brachen 13 von 35 Teilnehmenden ab. Die meisten Abbrüche erfolgten in den ersten zwei Wochen. Zwischen den Formaten wurde kein statistisch signifikanter Unterschied bei den Abbrüchen beobachtet.
Die durchschnittliche Teilnahmehäufigkeit schien in der Online-Gruppe höher zu sein, doch auch dieser Unterschied war nicht statistisch signifikant. Bei einer so kleinen Stichprobe belegt das Ausbleiben eines nachweisbaren Unterschieds weder die Gleichwertigkeit der Formate noch deren Wirksamkeit.
Das Format allein erklärt die Teilnahme nicht
In den Interviews wurden die Abbrüche hauptsächlich auf körperliche Gesundheitsprobleme und das Gefühl zurückgeführt, dass das Programm nicht passte. Dagegen förderten Interesse an den Einheiten, Routine, Engagement, Flexibilität, Rückmeldungen zum Training und häufig auch soziale Präsenz die regelmäßige Teilnahme.
Diese Beobachtungen legen nahe, dass die konkreten Möglichkeiten zur Teilnahme und die Motivation stärker ins Gewicht fallen könnten als die bloße Wahl zwischen Bildschirm und Präsenz. Sie beweisen jedoch nicht, dass eine bestimmte Änderung des Programms die Zahl der Abbrüche verringern würde.
Eine Machbarkeitsstudie, kein Urteil über den Nutzen
Es wurden keine unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Intervention berichtet. Diese Feststellung aus einer kleinen Studie reicht nicht aus, um die Sicherheit für alle älteren Menschen zu belegen.
Die Zusammenfassung enthält keine quantitativen Ergebnisse, aus denen sich ein Nutzen für die Kraft, depressive Symptome oder die Lebensqualität ableiten lässt. Der wichtigste Beitrag besteht daher darin, Schwierigkeiten bei der Teilnahme aufzuzeigen, die in einer größeren Studie untersucht werden sollten, insbesondere frühe Abbrüche.
Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest
Die kleine Stichprobe, die auf drei Standorte beschränkte Randomisierung, die fehlende Verblindung und die vielen Abbrüche schränken die Interpretation ein. Die Studie war nicht darauf ausgelegt, die Wirksamkeit zu prüfen. Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen, nicht der Volltext. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft.
Was wir daraus mitnehmen können
Beide Formate scheinen für einen Teil der älteren Erwachsenen umsetzbar zu sein. Die Studie gibt vor allem Anlass zu untersuchen, warum Teilnehmende schon in den ersten Wochen aussteigen, ohne ein Format als überlegen auszuweisen.
Quellen und Herkunft
- Feasibility of Online and On-Site Physical Activity Delivery Among Older Adults: Mixed Methods Pilot Randomized Controlled Trial.
Datum der Quelle: 2026-10-13.
Journal Article, Randomized Controlled Trial, Pragmatic Clinical Trial · Résumé PubMed uniquement, texte intégral non consulté


