Motorisch-kognitive Aufwärmprogramme: kein unmittelbarer Nutzen für Sprunglandungen nachgewiesen

Kognitive Herausforderungen beim Aufwärmen könnten Sportler auf schnelle Entscheidungen im Spiel vorbereiten. In einer randomisierten Crossover-Studie mit 18 Mannschaftssportlern zeigten jedoch zwei motorisch-kognitive Varianten nach Korrektur für multiple Vergleiche keinen statistisch signifikanten Vorteil bei Sprunglandungen. Das eingesehene PubMed-Abstract erlaubt keine Schlussfolgerung auf eine Verringerung von Verletzungen.

Sportler bei einer Sprunglandung auf einer Messplattform.
TrainingRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Drei Aufwärmprogramme bei denselben Sportlern verglichen

Die 18 Teilnehmenden, darunter fünf Frauen, absolvierten an verschiedenen Tagen drei Aufwärmprogramme. Das Protokoll verglich das neuromuskuläre Aufwärmprogramm PEP mit zwei Anpassungen: PEP+ mit Übungen zur visuomotorischen Verarbeitung und zu exekutiven Funktionen sowie PEP-SKILLCOURT mit Übungen zur reaktiven Agilität am SKILLCOURT-System.

Nach jedem Aufwärmprogramm führten die Sportler Sprünge mit Landung auf einer Druckmessplattform aus. Einige Landungen waren geplant. Bei den ungeplanten Landungen wurde die Landeseite erst nach dem Absprung angezeigt, sodass während des Sprungs eine Entscheidung getroffen werden musste.

Die Forschenden erfassten die maximale vertikale Kraft bei der Landung, die Zeit bis zu diesem Maximum, die Verlagerung des Druckmittelpunkts, die Stabilisierungszeit sowie Halte- und Entscheidungsfehler. Diese Messgrößen beschreiben die Ausführung der Aufgabe, nicht die Häufigkeit von Verletzungen.

Ungeplante Landungen erschweren die Kontrolle – ohne gesicherten Vorteil eines Aufwärmprogramms

Ungeplante Landungen gingen mit einer geringeren maximalen vertikalen Kraft, aber auch mit stärkeren Schwankungen des Druckmittelpunkts und mehr Fehlern einher. Eine geringere Kraft allein reicht daher nicht aus, um eine Landung als besser einzustufen: Hier trat sie zusammen mit einer schlechteren Kontrolle auf.

Nach der Holm-Korrektur für multiple Vergleiche blieb kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Aufwärmprogrammen bestehen. Die Analyse zeigte auch nicht, dass sich ihre Wirkung zwischen geplanten und ungeplanten Landungen unterschied.

Explorative Trends fielen hinsichtlich der Landebelastungen und der Schwankungen des Druckmittelpunkts zugunsten von PEP+ aus. Sie bleiben Ansätze für weitere Untersuchungen und sind keine gesicherten Vorteile. Umgekehrt beweist das Fehlen eines signifikanten Unterschieds in dieser kleinen Studie nicht, dass die drei Aufwärmprogramme gleichwertig sind.

Was diese Studie für das Training bedeutet

Der Wert der Studie liegt darin, eine Landung zu untersuchen, die eine späte Reaktion erfordert, statt einer vollständig vorbereiteten Bewegung. Die Ergebnisse legen nahe, dass diese Anforderung die Kontrolle der Landung verändert. Sie rechtfertigen jedoch nicht, eine kognitive Anpassung oder das SKILLCOURT-System allein aufgrund eines unmittelbaren Nutzens zu bevorzugen.

Die Studie untersucht die Wirkungen nach einem Aufwärmprogramm, nicht die Anpassungen an wiederholtes Training. Die Autoren fordern größere Studien und gelenkspezifische biomechanische Messungen, um Fragen zum Verletzungsrisiko besser zu untersuchen.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Die Stichprobe ist auf 18 Sportler begrenzt, und die Ergebnisse beziehen sich auf eine Sprungaufgabe nach jedem Aufwärmprogramm. Weder eine Verringerung von Verletzungen noch ein langfristiger Nutzen sind nachgewiesen. Eingesehen wurde nur das PubMed-Abstract, nicht der Volltext. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft.

Was wir daraus mitnehmen können

Diese Studie weist keine unmittelbare Überlegenheit motorisch-kognitiver Aufwärmprogramme nach. Sie zeigt vor allem, dass die Entscheidung über die Landeseite nach dem Absprung die Kontrolle der Aufgabe erschwert.

Quellen und Herkunft

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