Typ-2-Diabetes: Hagebutten scheinen orthostatische Symptome in einer kleinen Studie zu lindern

Ein Extrakt aus Hagebutten, den Früchten von Rosa canina, scheint Beschwerden beim Aufstehen bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und orthostatischer Hypotonie zu lindern. Das ist das Ergebnis einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 60 Personen. Vier Wochen Nachbeobachtung und ein einziges Studienzentrum reichen jedoch nicht aus, um daraus eine etablierte Behandlung zu machen.

Hagebutten von Rosa canina an einem Zweig.
NahrungsergänzungsmittelRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Ein Extrakt wurde vier Wochen lang gegen Placebo getestet

Orthostatische Hypotonie bezeichnet einen Blutdruckabfall beim Aufstehen. An der Studie nahmen Patienten teil, die sowohl diese Erkrankung als auch Typ-2-Diabetes hatten und am Diabeteszentrum in Yazd rekrutiert wurden. Daher lassen sich daraus keine Schlussfolgerungen für Menschen ohne Diabetes oder für jede Form von Unwohlsein beim Aufstehen ziehen.

Die Forschenden teilten 60 Erwachsene nach dem Zufallsprinzip einer Gruppe mit Hagebuttenextrakt oder einer Placebogruppe zu. Die Studie war doppelblind. Die Interventionsgruppe erhielt täglich zwei Kapseln mit jeweils 500 mg Extrakt. Das ist die untersuchte Dosis, keine Anwendungsempfehlung. Insgesamt schlossen 57 Teilnehmende die vier Wochen ab.

Die Symptome wurden mit dem Orthostatic Intolerance Questionnaire, kurz OIQ, erfasst. Die Forschenden hatten außerdem Schwellenwerte für eine als klinisch relevant eingestufte Verbesserung festgelegt.

Ein positives Signal, aber kein bezifferbarer absoluter Nutzen

Die Symptomwerte gingen mit Hagebutten stärker zurück als mit Placebo. Der Unterschied blieb auch nach Berücksichtigung der Ausgangswerte und des Alters statistisch signifikant. Laut Zusammenfassung überschritt die Verbesserung die vorab festgelegten Schwellenwerte für klinische Relevanz, die detaillierten Werte werden jedoch nicht angegeben.

Am Ende der Studie war der Anteil der Teilnehmenden, die die diagnostischen Kriterien für orthostatische Hypotonie nicht mehr erfüllten, in der Hagebuttengruppe höher. Das Verhältnis der Anteile betrug 2,57, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,18 bis 5,62. Das Intervall ist breit, und die Zahl der betroffenen Teilnehmenden in jeder Gruppe wird nicht angegeben: Ein absoluter Nutzen lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Zusammenfassung verortet die Vorteile vor allem bei den Symptomwerten und dem systolischen Blutdruck. Sie belegt keine Verringerung von Stürzen, Krankenhausaufenthalten oder anderen langfristigen Komplikationen.

Noch kein Grund, zu einem Nahrungsergänzungsmittel zu greifen

Die antioxidativen Verbindungen der Hagebutte werden als biologische Hypothese zur Erklärung einer möglichen Wirkung angeführt. Diese Hypothese beweist weder den Mechanismus des beobachteten Nutzens noch die Wirksamkeit anderer Hagebuttenprodukte.

Der Extrakt wird als gut verträglich beschrieben, doch die Zusammenfassung enthält keine näheren Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder ausgeschlossenen Personengruppen. Die Autoren fordern eine Bestätigung durch größere, multizentrische Studien mit langfristiger objektiver Überwachung der hämodynamischen Parameter. Wenn du beim Aufstehen Beschwerden hast, rechtfertigt dieses Ergebnis nicht, eine medizinische Abklärung durch ein Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Kleine, vierwöchige Studie an einem einzigen Zentrum. Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen, nicht der Volltext. Die absoluten Ergebnisse, Einzelheiten zur Sicherheit, die Finanzierung und Interessenkonflikte konnten nicht überprüft werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Diese Studie liefert ein ermutigendes klinisches Signal in einer klar definierten Bevölkerungsgruppe. Sie reicht nicht aus, um Hagebutten gegen orthostatische Hypotonie zu empfehlen.

Quellen und Herkunft

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