Depression bei Jugendlichen: BRIDGES plant, eine Begleitung zu mehr körperlicher Aktivität zu testen

Wie lassen sich Jugendliche mit Depression dabei unterstützen, eine zu ihrem Alltag passende körperliche Aktivität aufzunehmen? In Brüssel plant das Projekt BRIDGES, eine individuelle Begleitung bei 60 Jugendlichen zu testen. Die Veröffentlichung beschreibt allerdings ein Studienprotokoll: Sie zeigt noch nicht, dass dieser Ansatz die körperliche Aktivität steigert oder depressive Symptome verringert.

Illustration eines Jugendlichen im Gespräch mit einem Physiotherapeuten über ein Vorhaben zur körperlichen Aktivität.
TrainingRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine Begleitung mit Fokus auf Selbstbestimmung

Den Autoren zufolge sind Bewegungsinterventionen für Jugendliche mit Depression mitunter nicht ausreichend an deren Entwicklungsstand angepasst, unterstützen ihre Selbstbestimmung zu wenig und lassen sich in ihrem Umfeld nur schwer umsetzen. BRIDGES will diese Hindernisse angehen, statt lediglich ein Trainingsprogramm anzubieten.

Die Intervention wurde gemeinsam entwickelt und stützt sich unter anderem auf die Selbstbestimmungstheorie und die motivierende Gesprächsführung. Ziel ist es, selbstbestimmtes Engagement und das Kompetenzerleben zu fördern. Dieser Ansatz bildet die Grundlage der Intervention, ist aber kein Beleg für ihre Wirksamkeit.

Eine Pilotstudie mit 60 Jugendlichen ist geplant

Laut Protokoll sollen 60 körperlich inaktive Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren mit einer Depression in einer ambulanten Einrichtung für psychische Gesundheit in Brüssel rekrutiert werden. Die Gruppenzuteilung erfolgt randomisiert, wobei insbesondere Alter, Geschlecht, körperliches Aktivitätsniveau und der anfängliche Schweregrad der Depression berücksichtigt werden.

Die Begleitung umfasst 18 individuelle Beratungssitzungen, die ein Physiotherapeut über 12 Wochen durchführt. Eine zusätzliche Unterstützung soll den Übergang zu Bewegungsangeboten im sozialen Umfeld erleichtern. Es handelt sich also um begleitende Beratungssitzungen und nicht unbedingt um 18 Trainingseinheiten.

Die bereitgestellte Zusammenfassung macht keine Angaben dazu, was die Vergleichsgruppe erhält. Diese Information fehlt, um genau zu verstehen, womit die Intervention verglichen werden soll.

Machbarkeit vor klinischen Schlussfolgerungen

Die Studie soll in erster Linie klären, ob das Angebot umsetzbar, akzeptabel und in die Versorgung integrierbar ist. Quantitative Erhebungen und Interviews mit den Jugendlichen, ihren Begleitpersonen und lokalen Partnern sollen diese Aspekte erfassen.

Die Forschenden planen außerdem, Veränderungen der körperlichen Aktivität mithilfe des Physical Activity Vital Sign und depressive Symptome mit dem PHQ-A zu erfassen, einer an Jugendliche angepassten Version des Fragebogens PHQ-9. Soziale Unterstützung, die Selbstwirksamkeit in Bezug auf körperliches Training und die kardiorespiratorische Fitness zählen ebenfalls zu den sekundären Endpunkten.

Diese vorläufigen Schätzungen sollen eine größere Studie vorbereiten. Selbst wenn diese Pilotstudie positive Signale liefert, werden ihre Zielsetzung und ihre Teilnehmerzahl die möglichen Schlussfolgerungen zur klinischen Wirksamkeit begrenzen.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Das Dossier enthält ausschließlich die PubMed-Zusammenfassung des Studienprotokolls; der Volltext wurde nicht eingesehen, klinische Ergebnisse liegen nicht vor. Die Vergleichsbedingung wird darin nicht beschrieben. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft. Die geplante Studienpopulation beschränkt sich auf wenig aktive Jugendliche mit Depression, die in einer Brüsseler Einrichtung rekrutiert werden.

Was wir daraus mitnehmen können

BRIDGES will testen, wie körperliche Aktivität für ambulant betreute Jugendliche mit Depression leichter zugänglich und akzeptabler werden kann. Neu ist derzeit das Studienkonzept, nicht ein nachgewiesener Nutzen bei Depression.

Quellen und Herkunft

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