Kreatin und Fußball: Eine Übersichtsarbeit zeigt noch ungewisse Vorteile auf

Für explosive Belastungen im Fußball gibt es eine physiologische Grundlage für den Einsatz von Kreatin. Das garantiert jedoch keinen Nutzen auf dem Spielfeld. Eine systematische Übersichtsarbeit vom 2. Oktober 2026 fasst 41 Studien mit Fußballspielern und -spielerinnen zusammen. Einige Ergebnisse fallen bei wiederholten Sprints, anaerober Leistung und Kraft positiv aus, doch die Autoren bewerten die Sicherheit der Evidenz als sehr gering.

Fußballspieler führen Beschleunigungsläufe auf einem Spielfeld durch.
NahrungsergänzungsmittelRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine breitere Übersicht, ohne berechneten durchschnittlichen Effekt

Die Forschenden suchten bis zum 15. Mai 2025 in PubMed, Scopus und Web of Science nach kontrollierten Studien. Sie schlossen 45 Publikationen ein, die 41 eigenständigen Studien mit einem Placebo, einer Kontrollgruppe oder einer anderen Vergleichsbedingung entsprachen.

Dazu gehören 28 randomisierte Parallelgruppenstudien, zwei randomisierte Crossover-Studien oder Studien mit wiederholten Versuchsbedingungen sowie 11 nicht randomisierte Studien oder Studien, deren Gruppenzuteilung nicht überprüfbar war. Die Protokolle, Populationen und gemessenen Endpunkte unterschieden sich so stark, dass eine qualitative Synthese statt einer Metaanalyse durchgeführt wurde. Aus dieser Zusammenfassung lässt sich daher kein bezifferter durchschnittlicher Nutzen ableiten.

Hinweise bei explosiven Belastungen, aber keine Garantie

Sprints, Beschleunigungen und Sprünge erfordern eine schnelle Resynthese von Adenosintriphosphat, kurz ATP. Diese Abhängigkeit macht Kreatin als Mittel zur Leistungssteigerung biologisch plausibel. Der Mechanismus erklärt, warum es sinnvoll ist, Kreatin zu untersuchen, belegt aber nicht seine Wirksamkeit im Spiel.

Einige Studien berichten über positive Ergebnisse bei wiederholten Sprints, anaerober Leistung und Muskelkraft. Die Vergleiche zwischen den Gruppen bleiben jedoch uneinheitlich, teils unklar oder nicht signifikant. Auch die Ergebnisse zum vertikalen Sprung und zu technischen Fertigkeiten sind gemischt.

Ausdauer und Erholung: kein konsistenter Nutzen

Die Übersichtsarbeit findet keinen konsistenten Nutzen für die Ausdauer oder für Richtungswechsel. Auch die Ergebnisse zu Erholung und Ermüdung zeigen weitgehend keine Effekte oder sind uneinheitlich. Das beweist nicht, dass in jeder Situation ein Effekt ausbleibt, erlaubt aber auch kein Versprechen einer Verbesserung.

Die Körpermasse nimmt häufig zu, insbesondere nach Ladeprotokollen. Dagegen sind die Daten zu einer Zunahme der fettfreien Masse begrenzt und uneinheitlich. Eine Gewichtszunahme darf daher nicht als nachgewiesener Muskelzuwachs dargestellt werden.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen, nicht der Volltext. Die Heterogenität der Studien und methodische Unsicherheiten schränken die Schlussfolgerungen ein. Die methodischen Bewertungen erfolgten auf Studienebene, ohne formale Analyse des Verzerrungsrisikos für jedes einzelne Ergebnis. Finanzierung, Interessenkonflikte und detaillierte Sicherheitsdaten wurden nicht überprüft.

Was wir daraus mitnehmen können

Im Fußball bleibt Kreatin ein plausibler Ansatz, dessen Nutzen jedoch nicht gesichert ist. Diese Übersichtsarbeit rechtfertigt weder das Versprechen einer besseren Leistung im Spiel noch ein allgemeingültiges Supplementierungsprotokoll.

Quellen und Herkunft

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