Impfstoffe gegen Covid-19, Pneumokokken und Grippe: Chinesische Studie untersucht die gleichzeitige Verabreichung

Mehrere Atemwegsimpfstoffe zu kombinieren könnte das Impfen vereinfachen. Dabei muss jedoch die Immunantwort erhalten bleiben. In einer randomisierten chinesischen Studie mit 1.404 Erwachsenen erfüllte die gleichzeitige Verabreichung von Impfstoffen gegen Covid-19 und Pneumokokken sowie anschließend gegen Covid-19 und Grippe mehrere immunologische Nichtunterlegenheitskriterien. Bei einigen Messgrößen waren die Ergebnisse allerdings weniger einheitlich. Einen gleichwertigen klinischen Schutz belegen sie nicht.

Illustration von drei Atemwegsimpfstoffen gegen Covid-19, Pneumokokken und Grippe.
Gadgets & TechnikRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Zwei Termine, drei untersuchte Impfstoffe

An dieser randomisierten, multizentrischen, offenen Phase-IV-Studie nahmen ebenso viele Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren wie Personen ab 60 Jahren teil. Untersucht wurden drei konkrete Produkte: der inaktivierte SARS-CoV-2-Impfstoff WIBP-CorV, der 23-valente Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff PPV23 und ein quadrivalenter inaktivierter Grippeimpfstoff, IIV4.

Die Teilnehmenden wurden auf drei Gruppen verteilt. Die erste erhielt WIBP-CorV zusammen mit PPV23 an Tag 0 und anschließend WIBP-CorV zusammen mit IIV4 an Tag 28. Die zweite erhielt an diesen beiden Terminen ausschließlich WIBP-CorV. Die dritte erhielt PPV23 an Tag 0 und anschließend IIV4 an Tag 28. Es wurden also nicht alle drei Impfstoffe am selben Tag verabreicht.

Günstige Ergebnisse, aber nicht bei allen Kriterien

Laut Zusammenfassung wurde die Nichtunterlegenheit für die geometrischen Mittelwerte der SARS-CoV-2-neutralisierenden Antikörpertiter und der IgG-Konzentrationen gegen die Pneumokokken-Serotypen nachgewiesen. Mit diesem Ansatz soll geprüft werden, ob die Immunantwort nicht über eine vorab festgelegte Grenze hinaus abnimmt. Deren Wert wird im Auszug nicht angegeben.

Auch die Serokonversionsraten erfüllten für alle untersuchten Pneumokokken-Serotypen die Nichtunterlegenheitskriterien. Weniger einheitlich waren die Ergebnisse für SARS-CoV-2 nach der zweiten Dosis und für den Grippestamm A(H1N1). Auch die Analysen nach Alter und Stämmen mahnen zur Vorsicht.

Beruhigende Verträglichkeit innerhalb der Grenzen der Studie

Die Autoren berichten von leichten, vorübergehenden lokalen Reaktionen, die bei gleichzeitiger Verabreichung etwas häufiger auftraten. Es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, die den Impfstoffen zugeschrieben wurden. Die Zusammenfassung nennt jedoch weder die absoluten Häufigkeiten dieser Reaktionen noch die vollständige Nachbeobachtungsdauer. Seltene Nebenwirkungen lassen sich anhand dieser Beobachtungen nicht ausschließen.

Was das ändert – und was es nicht zeigt

Die Studie stützt die immunologische Machbarkeit dieser konkreten Kombinationen bei den vertretenen Erwachsenen. Sie belegt keine gleichwertige Verringerung von Infektionen, Krankenhausaufnahmen oder Todesfällen: Die vorgestellten Ergebnisse betreffen Antikörper, nicht diese klinischen Ereignisse.

Diese Schlussfolgerungen lassen sich nicht automatisch auf andere Covid-19-Impfstoffe oder andere Formulierungen übertragen. Sie stellen auch keine für Frankreich geltende Impfempfehlung dar.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung konsultiert, nicht der Volltext. Die Nichtunterlegenheitsgrenzen, die detaillierten Schätzwerte samt ihrer Unsicherheit, die vollständige Nachbeobachtungsdauer, die Finanzierung und die Interessenkonflikte wurden nicht überprüft. Das offene Studiendesign und die weniger einheitlichen Ergebnisse bei einigen Kriterien schränken die Interpretation ein.

Was wir daraus mitnehmen können

Die untersuchte gleichzeitige Verabreichung erhält mehrere Antikörperantworten, doch die Ergebnisse variieren je nach Kriterium und Stamm. Eine erhaltene Immunogenität allein belegt keinen gleichwertigen klinischen Schutz.

Quellen und Herkunft

Partager cet article

X f in

Einen Fehler oder eine Quelle melden? Die Redaktion kontaktieren.