Kardiale Rehabilitation aus der Ferne: möglicher Nutzen mit Fitnesstrackern, aber keine isolierte Wirkung nachgewiesen

Ein Fitnesstracker kann eine kardiale Rehabilitation aus der Ferne begleiten. Das belegt aber nicht, dass der Tracker selbst die Gesundheit verbessert. Eine Übersicht über 18 randomisierte Studien mit Erwachsenen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutet auf durchschnittliche Verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und Aktivität hin. Die Ergebnisse variieren jedoch je nach Kontext.

Am Handgelenk getragener Fitnesstracker zur Aktivitätserfassung in einem Programm zur kardialen Rehabilitation.
Gadgets & TechnikRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Rehabilitationsprogramme, keine allein eingesetzten Fitnesstracker

Die Übersichtsarbeit umfasst 18 Studien mit 1.993 randomisierten Teilnehmenden. Davon flossen 17 in die Metaanalyse ein. Die Forschenden untersuchten vollständig aus der Ferne durchgeführte oder hybride Programme zur kardialen Rehabilitation, die während der Rehabilitationsphasen II oder III ein am Handgelenk getragenes Gerät einbezogen.

Studien, die sich hauptsächlich mit Herzinsuffizienz befassten, wurden ausgeschlossen. Gleiches galt für Studien, die den Tracker ausschließlich zur Ergebnismessung nutzten. Die bereitgestellte Zusammenfassung enthält weder nähere Angaben zur Programmdauer noch zu den Interventionen in den Vergleichsgruppen. Diese Übersicht lässt sich daher nicht als einheitlicher Vergleich mit einer Rehabilitation in einem Zentrum darstellen.

Durchschnittliche Verbesserungen bei drei Messgrößen

Die zusammengefassten Ergebnisse fallen bei der maximalen Sauerstoffaufnahme zugunsten der Programme mit Fitnesstracker aus, mit einer mittleren Differenz von 1,69 mL/kg/min. Diese Messgröße gibt Aufschluss über die körperliche Belastbarkeit. Auch die in sechs Minuten zurückgelegte Strecke ist im Durchschnitt um 31,03 Meter größer, und die tägliche Aktivität liegt um 1.062,8 Schritte pro Tag höher.

Diese Unterschiede zwischen den Gruppen sind keine garantierten Verbesserungen für jeden Patienten. Bei der anaeroben Schwelle, dem Body-Mass-Index, dem Taillenumfang, der Griffkraft oder der Lebensqualität wurde kein eindeutiger Gesamteffekt beobachtet.

Warum der Durchschnitt nicht ausreicht

Bei den drei günstigen Ergebnissen schließen die Prädiktionsintervalle auch das Ausbleiben einer Wirkung ein. Diese Intervalle beschreiben die Unsicherheit über das zu erwartende Ergebnis in einem künftigen vergleichbaren Kontext. Anders gesagt: Ein durchschnittlicher Nutzen in den zusammengefassten Studien garantiert nicht, dass ein anderes Programm ebenfalls einen Nutzen erzielt.

Die Interventionen verbinden mehrere Komponenten, darunter die Aktivitätserfassung, individuelles Feedback und verhaltensbezogene Unterstützung. Ihr Aufbau erlaubt es nicht, die Verbesserungen allein dem Fitnesstracker zuzuschreiben. Diese Daten rechtfertigen daher nicht, den Kauf eines Geräts als Ersatz für eine fachlich betreute Rehabilitation zu betrachten.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Diese Analyse stützt sich ausschließlich auf die bereitgestellte PubMed-Zusammenfassung, ohne Einsicht in den Volltext. Die Dauer, die detaillierten Vergleichsinterventionen, die Ergebnisse der Bewertung des Verzerrungsrisikos, die Finanzierung und die Interessenkonflikte sind nicht überprüft. Sicherheit und langfristige Therapietreue müssen noch besser untersucht werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Das günstige Signal betrifft Rehabilitationsprogramme mit Fitnesstracker, nicht den Tracker allein. Ihr durchschnittlicher Nutzen scheint bei bestimmten körperlichen Messgrößen real zu sein. Wie beständig er in unterschiedlichen Kontexten auftritt, bleibt jedoch ungewiss.

Quellen und Herkunft

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