Kurze Bewegungspausen in der Schule könnten die problematische Smartphone-Nutzung reduzieren

Kurze Bewegungspausen in der Schule könnten Jugendlichen helfen, ihre problematische Smartphone-Nutzung zu reduzieren. In einer klassenweise randomisierten Studie mit 386 Schülern war die Intervention nach vier Monaten mit einer geringeren Bildschirmzeit und niedrigeren Werten für problematische Nutzung verbunden. Ein Teil der Verbesserungen schwächte sich jedoch während der Nachbeobachtung ohne Betreuung ab. Es wurde ausschließlich die Zusammenfassung der Studie eingesehen.

Jugendliche bei einer kurzen körperlichen Aktivität während einer Schulpause.
TrainingRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine Intervention während der Schulpausen

Die Studie begleitete 386 Jugendliche aus 12 Klassen über sechs Monate. Die zufällige Zuteilung erfolgte auf Klassenebene, nicht für jeden Schüler einzeln. Die Interventionsgruppe absolvierte während der regulären Schulpausen täglich vier Einheiten mit jeweils zwei Minuten intensiver körperlicher Aktivität. Die Kontrollgruppe auf der Warteliste behielt ihre Gewohnheiten bei.

Die Untersuchungen fanden zu Beginn sowie nach zwei, vier und sechs Monaten statt. Die primären Endpunkte waren der SAS-SV-Score zur Beurteilung des Schweregrads der problematischen Smartphone-Nutzung und die von den Geräten gemessene tägliche Bildschirmzeit. Die Forschenden erfassten außerdem die körperliche Aktivität und mehrere psychologische Messgrößen.

Ein Unterschied bei der Bildschirmzeit nach vier Monaten

Nach vier Monaten betrug der Unterschied zwischen den Gruppen in der Veränderung gegenüber dem Ausgangswert laut adjustiertem Modell etwa 52 Minuten weniger Bildschirmzeit pro Tag zugunsten der Intervention. Das 95-%-Konfidenzintervall reichte von etwa 37 bis 67 Minuten weniger. Dabei handelt es sich um einen durchschnittlichen Unterschied zwischen den Gruppen, nicht um eine garantierte Verringerung für jeden Jugendlichen.

Beim SAS-SV-Score betrug der adjustierte Unterschied in der Veränderung 6,55 Punkte zugunsten der Intervention, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 5,71 bis 7,38 Punkten. Die Autoren betonen, dass die klinische Bedeutung dieser Veränderung noch zu klären ist: Ein niedrigerer Score allein belegt noch keine konkrete Verbesserung der Alltagsbewältigung.

Die Zusammenfassung berichtet außerdem über eine höhere Schrittzahl und Verbesserungen bei mehreren psychologischen Messgrößen, liefert aber nicht genügend Einzelheiten, um deren Ausmaß genau beurteilen zu können.

Ein ermutigendes Ergebnis, keine etablierte Lösung

Die Randomisierung stützt die Interpretation, dass die Intervention in diesem schulischen Rahmen eine Wirkung hatte. Sie erlaubt jedoch nicht, den für die Veränderungen verantwortlichen Mechanismus zu bestimmen. Die psychologischen Mechanismen müssen laut den Autoren noch untersucht werden.

Während der zweimonatigen Nachbeobachtung ohne Betreuung schwächten sich einige Verbesserungen ab. Die Zusammenfassung erläutert nicht ausreichend, welche das waren und in welchem Ausmaß sie nachließen. Das Ergebnis nach vier Monaten belegt daher keinen dauerhaften Nutzen nach Ende der Betreuung.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Die Analyse stützt sich ausschließlich auf die Zusammenfassung bei Europe PMC; der Volltext wurde nicht eingesehen. Die verfügbaren Informationen erlauben keine detaillierte Beurteilung der Studienabbrüche, der Einhaltung der Intervention, unerwünschter Wirkungen oder der Adjustierungsmethoden. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft. Die klinische Bedeutung und die Dauerhaftigkeit der Vorteile bleiben ungewiss.

Was wir daraus mitnehmen können

Diese Studie spricht dafür, betreute Bewegungspausen in der Schule zur Verringerung problematischer Smartphone-Nutzung weiter zu untersuchen. Sie reicht nicht aus, um sie als eigenständige oder dauerhafte Lösung anzusehen.

Quellen und Herkunft

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