Bildschirmzeit und Gesundheit von Studierenden: ein mäßiger Zusammenhang ohne Kausalitätsnachweis

Mehr Zeit vor einem Bildschirm ist bei Studierenden mit ungünstigeren Gesundheitsindikatoren verbunden. Das zeigt eine Metaanalyse mit insgesamt 161.340 Teilnehmenden. Der durchschnittliche Zusammenhang ist jedoch mäßig, und die überwiegend als Querschnittsstudien angelegten Untersuchungen erlauben nicht den Schluss, dass Bildschirme diese Schwierigkeiten verursachen.

Student vor einem Laptop, mit einem Telefon auf dem Schreibtisch.
Gadgets & TechnikRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine Übersicht über 82 Studien mit Studierenden

Die Forschenden fassten 82 Studien mit 83 unabhängigen Stichproben von Studierenden im Alter von mindestens 17 Jahren zusammen. Die eingeschlossenen Arbeiten erfassten die Dauer der Bildschirmnutzung sowie verschiedene Indikatoren der körperlichen oder psychischen Gesundheit.

Insgesamt war eine längere Bildschirmzeit mit ungünstigeren Gesundheitsergebnissen verbunden. Die durchschnittliche Korrelation betrug 0,175 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,133 bis 0,217. Dieser Koeffizient beschreibt einen mäßigen Zusammenhang, weder einen prozentualen Risikoanstieg noch einen bei jedem einzelnen Studierenden zu erwartenden Effekt.

Unterschiedliche Zusammenhänge je nach gemessenem Ergebnis

Bei der psychischen Gesundheit war der Zusammenhang mit Depression am stärksten: Die Korrelation erreichte in den 21 betreffenden Ergebnisdatensätzen 0,230. Die Zusammenhänge mit Stress und Wohlbefinden waren dagegen nicht statistisch signifikant. Das belegt nicht, dass kein Zusammenhang besteht, insbesondere bei wenigen oder ungenauen Daten.

Bei der körperlichen Gesundheit war mehr Bildschirmzeit mit einer schlechteren Schlafqualität und ungünstigeren Ergebnissen zur Augengesundheit verbunden. Der Zusammenhang mit gewichtsbezogenen Indikatoren war nicht statistisch signifikant. Die Ergebnisse stützen daher keine pauschale Aussage, dass Bildschirme sämtliche Aspekte der Gesundheit beeinträchtigen.

Ein Durchschnitt, der große Unterschiede verdeckt

Die Ergebnisse unterschieden sich erheblich zwischen den Studien. Das Prädiktionsintervall für den Gesamtzusammenhang reichte von −0,184 bis 0,493: Anders als das Konfidenzintervall des Mittelwerts bildet es die erwartete Streuung zwischen verschiedenen Studienkontexten ab. Selbst die Richtung des Zusammenhangs war also nicht einheitlich.

Die von den Autoren untersuchten Studienmerkmale erklärten diese Heterogenität nicht ausreichend. Die große Gesamtzahl der Teilnehmenden allein gleicht diese methodischen Unterschiede nicht aus.

Welche Empfehlungen sich aus dieser Studie nicht ableiten lassen

Die meisten Studien waren Querschnittsstudien, und die Bildschirmzeit wurde anhand von Selbstauskünften erfasst. Mit diesen Methoden lässt sich nicht feststellen, ob die Bildschirmnutzung den gesundheitlichen Schwierigkeiten vorausgeht, ob diese Schwierigkeiten die Nutzung begünstigen oder ob andere Faktoren zu beidem beitragen.

Diese Übersicht untersucht kein Programm zur Verringerung der Bildschirmzeit. Sie erlaubt daher weder, eine ideale tägliche Nutzungsdauer festzulegen, noch das Versprechen, dass weniger Bildschirmzeit die Gesundheit eines Studierenden verbessern würde.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Die Analyse basiert ausschließlich auf der bereitgestellten PubMed-Zusammenfassung; der Volltext wurde nicht eingesehen. Die Studien sind überwiegend Querschnittsstudien, die Bildschirmzeit beruht auf Selbstauskünften, und die Ergebnisse sind sehr heterogen. Einige Endpunkte stützen sich auf wenige Daten. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft.

Was wir daraus mitnehmen können

Bildschirmzeit ist bei Studierenden mit einigen ungünstigeren Gesundheitsindikatoren verbunden. Diese Übersicht belegt jedoch weder einen ursächlichen Zusammenhang noch einen Nutzen einer vorgeschriebenen Reduzierung.

Quellen und Herkunft

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