Brustkrebs: Akupunktur könnte laut einer Metaanalyse bestimmte Symptome lindern

Akupunktur oder Akupressur könnten bestimmte Symptome bei Menschen mit Brustkrebs verbessern, insbesondere Müdigkeit und Schlafstörungen. Eine Metaanalyse mit insgesamt 2.153 Teilnehmenden berichtet über günstige Ergebnisse. Allerdings wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen: Sie erlaubt keine genaue Beurteilung der Belastbarkeit oder der klinischen Bedeutung der Vorteile.

Illustration der bei Brustkrebs untersuchten Symptome: Müdigkeit, Schlafstörungen und depressive Symptome.
SchlafRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Eine Auswertung von 21 randomisierten Studien

Die Forschenden suchten in sieben Literaturdatenbanken nach randomisierten Studien bis einschließlich Juni 2025, die Akupunktur oder Akupressur bei Menschen mit Brustkrebs untersuchten. Sie schlossen 21 Studien ein, die mindestens eines der folgenden Symptome erfassten: Müdigkeit, Schlafstörungen oder Insomnie sowie depressive Symptome.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Studien mussten nicht zwingend alle drei Symptome gemeinsam erfassen. Die Ergebnisse belegen daher nicht, dass die Intervention diese Beschwerden bei ein und derselben Person gleichzeitig verbessert.

Verbesserte Werte für Schlaf und Müdigkeit

Die Auswertung berichtet über einen günstigen mittleren Unterschied von 2,43 Punkten im Fragebogen zur Schlafqualität PSQI, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,42 bis 3,45 Punkten Verbesserung. Beim Insomnie-Schweregrad-Index ISI beträgt der günstige Unterschied 1,05 Punkte.

Die Analysen berichten außerdem über statistisch signifikante Verbesserungen der Müdigkeit in zwei unterschiedlichen Fragebögen, der depressiven Symptome und der Lebensqualität. Ein statistischer Unterschied allein belegt jedoch nicht, dass eine Veränderung im Alltag deutlich spürbar ist. Die Zusammenfassung nennt keine Schwellenwerte für die klinische Relevanz.

Entscheidende Informationen fehlen weiterhin

Die Zusammenfassung enthält keine näheren Angaben zu den Vergleichsgruppen, zur Durchführung der Interventionen oder zur Dauer der Nachbeobachtung. Daher lässt sich nicht genauer sagen, welche Vorgehensweise gegenüber welcher Alternative nützlich erscheint oder ob die Vorteile anhalten.

Zwei Gutachter bewerteten das Verzerrungsrisiko, doch die Zusammenfassung nennt die Ergebnisse nicht. Auch die Heterogenität zwischen den Studien, unerwünschte Wirkungen, Finanzierung und Interessenkonflikte werden nicht näher erläutert. Diese Lücken erschweren die Beurteilung, wie viel Vertrauen die Schätzungen verdienen.

Ein positives Signal, kein allgemeiner Beleg

Diese Auswertung deutet darauf hin, dass Akupunktur oder Akupressur bei der Behandlung bestimmter mit Brustkrebs verbundener Symptome möglicherweise einen Platz haben könnten. Sie erlaubt es nicht, die Ergebnisse auf Menschen ohne Krebs zu übertragen, zwischen den beiden Interventionen zu wählen oder daraus eine Wirkung auf den Krebs selbst abzuleiten. Die Autoren fordern weitere Studien von höherer Qualität.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Analyse ausschließlich auf Grundlage der PubMed-Zusammenfassung, ohne Einsicht in den Volltext. Vergleichsgruppen, Dauer, Heterogenität, Ergebnisse der Bewertung des Verzerrungsrisikos und Sicherheit sind unzureichend beschrieben. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden nicht überprüft.

Was wir daraus mitnehmen können

Für bestimmte Symptome bei Brustkrebs gibt es ein positives Signal. Die verfügbare Zusammenfassung reicht jedoch nicht aus, um das Ausmaß des spürbaren Nutzens oder die hilfreichen Anwendungsmodalitäten zu bestimmen.

Quellen und Herkunft

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