Die Vorstellung vom Selbst durch Körper und Handlung
Die Übersichtsarbeit befasst sich mit dem „aktiven Selbst“, also dem Selbstgefühl, das sich durch zielgerichtete Handlungen und Interaktionen mit der Umwelt entwickelt. Sie untersucht insbesondere die multisensorische Integration, die verschiedene Sinnesinformationen zusammenführt, und die Propriozeption, die Informationen über die Position des Körpers liefert.
Die Autoren fassten 37 empirische Studien zusammen, die zwischen 2010 und August 2025 veröffentlicht wurden. Ihre Analyse gliedert sich in drei Themen: multisensorische Integration, die Unterscheidung zwischen sich selbst und anderen sowie die motorischen Grundlagen des Körperbewusstseins. Das Dossier bietet Zugang zur PubMed-Zusammenfassung, nicht zum Volltext.
Sensorische Unterschiede, aber kein einheitliches Profil
In den untersuchten Studien zeigten autistische Teilnehmende häufig Unterschiede bei der zeitlichen Abstimmung und Gewichtung von Informationen aus mehreren Sinnen. Einige Experimente berichteten eine verringerte oder verzögerte Empfänglichkeit für Körperzugehörigkeitsillusionen, bei denen experimentell verändert wird, was als zum eigenen Körper gehörig wahrgenommen wird.
Auch eine stärkere Abhängigkeit von propriozeptiven oder unmittelbaren sensorischen Informationen wurde berichtet. Weitere Ergebnisse betrafen den Raum um den Körper und zwischen Personen, die Unterscheidung zwischen sich selbst und anderen, das Gefühl, eine Handlung selbst auszulösen, sowie die Planung und Ausführung von Bewegungen.
Diese Beobachtungen sind jedoch nicht einheitlich. Sie variieren je nach Aufgabe, Entwicklungsphase und untersuchter Gruppe. Relativ erhaltene Leistungen zeigen sich insbesondere unter bestimmten Bedingungen, die nur einen Sinn beanspruchen oder wenig sensorisches Rauschen aufweisen.
Ein Forschungsansatz, noch kein klinisches Instrument
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Zusammenhang und Kausalität: Diese Arbeiten verknüpfen bestimmte sensorische und motorische Verarbeitungsprozesse mit mehreren Komponenten der Körperrepräsentation, ohne nachzuweisen, dass Erstere die beobachteten Unterschiede bei Letzteren verursachen.
Die Vielfalt der Methoden und Stichproben begrenzt auch die klinischen Schlussfolgerungen. Aus der Übersichtsarbeit lässt sich keine validierte individualisierte Intervention ableiten. Ihre Autoren fordern größere und repräsentativere Stichproben, Längsschnittuntersuchungen und standardisierte Methoden, um festzustellen, ob diese Mechanismen tatsächlich als Grundlage für die Beurteilung oder Unterstützung dienen können.
Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest
Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Methoden, Alter und untersuchten Gruppen. Diese Heterogenität begrenzt kausale und klinische Schlussfolgerungen. Es wurde nur die PubMed-Zusammenfassung eingesehen. Finanzierung und Interessenkonflikte wurden im Dossier nicht überprüft.
Was wir daraus mitnehmen können
Diese Übersichtsarbeit regt dazu an, Sinneswahrnehmungen, Bewegung und Körperrepräsentation bei Autismus gemeinsam zu untersuchen, ohne autistische Menschen auf eine einheitliche sensorische Funktionsweise zu reduzieren.
Quellen und Herkunft
- The active self in autism: multisensory and sensorimotor foundations of bodily self-representation.
Datum der Quelle: 2026-10-15.
Journal Article, Systematic Review · Résumé PubMed uniquement, texte intégral non consulté


