Kniearthrose: Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining scheint kurzfristig hilfreich

Welche Trainingsform ist bei Kniearthrose zu bevorzugen? Eine Netzwerk-Metaanalyse mit 3.808 Patienten deutet darauf hin, dass die Kombination aus aerobem Training und Muskelkräftigung kurzfristig die günstigsten Ergebnisse bei Schmerzen, Funktion und Lebensqualität aufweist. Die geringe Evidenzsicherheit lässt jedoch nicht den Schluss zu, dass diese Methode anderen eindeutig überlegen ist.

Illustration des Knies und der Oberschenkelmuskulatur für einen Artikel über Training und Arthrose.
TrainingRedaktionelle Illustration, keine Daten aus der Studie.

Mehrere Trainingsformen im Vergleich

Die Forschenden werteten 35 randomisierte Studien mit Menschen mit Kniearthrose aus. Ihre Literaturrecherche umfasste die bis Juli 2025 verfügbaren Veröffentlichungen. Sie verglichen aerobes Training, Widerstandstraining und Interventionen, die beides kombinierten.

Die Analyse unterschied zwischen kurzzeitigen Interventionen von bis zu einschließlich 12 Wochen und solchen mit einer Dauer von mehr als 12 Wochen. Untersucht wurden drei Endpunkte: Schmerzen, Funktion und Lebensqualität.

Eine Netzwerk-Metaanalyse ermöglicht es, mehrere Interventionen anhand direkter und indirekter Vergleiche gegenüberzustellen. Ihre Rangfolge bedeutet daher nicht, dass jedes Programm direkt mit allen anderen verglichen wurde.

Kombiniertes Training liegt kurzfristig vorn

Die Kombination aus aerobem Training und Muskelkräftigung über einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen zeigte bei allen drei Endpunkten die günstigsten Effektschätzungen. Die Autoren bezeichnen die Schmerzlinderung als klinisch relevant. Die Evidenzsicherheit für diese Ergebnisse bleibt jedoch gering.

Bei der Funktion folgte aerobes Training über mehr als 12 Wochen auf dem nächsten Rang, allerdings bei sehr geringer Evidenzsicherheit. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass es anderen Trainingsformen langfristig vorzuziehen wäre.

Eine Rangfolge ist keine Trainingsempfehlung

Die Zusammenfassung berichtet über Verbesserungen durch die verschiedenen Trainingsformen, einzeln oder kombiniert. Sie rechtfertigt daher nicht, Ausdauer- oder Krafttraining allein deshalb auszuschließen, weil ihre Kombination an erster Stelle steht.

Die Effekte werden in standardisierter Form angegeben, um unterschiedliche Messskalen vergleichbar zu machen. Die Zusammenfassung nennt weder eine absolute Schmerzreduktion auf einer gemeinsamen Skala noch Einzelheiten zu den Vergleichsinterventionen. Daraus lässt sich nicht ableiten, um wie viele Punkte sich die Schmerzen einer Person voraussichtlich verringern könnten.

Die Daten zur klinischen Relevanz von Interventionen über mehr als 12 Wochen bleiben begrenzt. Auch die Programme und ihre unerwünschten Wirkungen werden in der Zusammenfassung nicht ausreichend beschrieben, um daraus einen praktischen Trainingsplan abzuleiten.

Die Grenzen, die du im Blick behalten solltest

Es wurde nur die Zusammenfassung auf Europe PMC eingesehen, nicht der Volltext. Die Evidenzsicherheit der wichtigsten Ergebnisse ist gering bis sehr gering. Detaillierte Angaben zu Vergleichsinterventionen, Heterogenität, unerwünschten Wirkungen und Merkmalen der Programme fehlen in diesem Auszug. Finanzierung und Interessenkonflikte konnten nicht überprüft werden.

Was wir daraus mitnehmen können

Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining ist dieser Auswertung zufolge ein möglicher Ansatz, um Beschwerden kurzfristig zu lindern. Ihre Überlegenheit bleibt ungewiss, und die Ergebnisse belegen keine Veränderung des Arthroseverlaufs.

Quellen und Herkunft

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